Böllern

Böllern – die lange Geschichte und die Bedeutung des Ehrensalut

 Was ist Böllern ?

Böllern ist seit ca. 250 Jahren der Ausdruck von Hochachtung und Freude.

Es wird auch zu traurigen Anlässen geböllert, aber niemals zu kriegerischen Zwecken. Auch böse Geister, schlechtes Wetter und die dunkle Jahreszeit wurden damit vertrieben.

Was ist Salutschießen?

Das Salutschießen ist eine besondere militärische Form der Ehrenbezeugung, die einem zum Staatsbesuch eingetroffenen Repräsentanten eines Staates oder ein anderer hoher Würdenträger, durch eine vom Protokoll genau festgelegte Zeremonie zuteil wird. Auch bei Kirchenveranstaltungen, bei denen man die Herrgott der Schöpfung die ihm zukommende höchste Ehr‘ mit zeremoniellen Mitteln bezeigen möchte, wird Salut geschossen.

Schützenvereine und andere Vereine pflegen diese Tradition des Salutschießens und des Böllerns. Sie dient der Ehrerbietung, der Begrüßung und ist Ausdruck der Freude.

Was bedeutet ein Salut / Böllern ?

An Gott, dem Herrgott, unserem Schöpfer, an Repräsentanten und Würdenträger, wie auch an alle Opfer und Verstorbenen der Kriegerischen Handlungen, ebenso an den bzw. die Verstorbenen aus unseren Vereinen, bei dem / denen ein Bezug zum Waffengebrauch, zur Polizei, zum Bundesgrenzschutz, zum Militär und zum Soldatentum besteht oder hergeleitet werden kann, und Salut als erneute Erinnerung, welch Schrecknisse der Krieg hat. Somit ist jeder Ehren-Salut eine eindringliche Mahnung zum Frieden, den wir ja alle ( auch die Politiker ) immer wieder einfordern und haben wollen!

Daraus ergibt sich die Folgerung:

Je lauter es knallt, umso schrecklicher ist die Vorstellung an einem Krieg!

Um so lauter ist auch unser Nein zum Krieg!

Deshalb soll somit ein eindringliches Signal weithin eindrucksvoll hörbar zum Erhalt des Friedens mahnen.

 

Tradition des Böllerschießens

Wissenswertes zum Böllerschießen in Bayern

Das Böllern selbst hat eine traditionsreiche und teilweise auch durch alte Chroniken belegte Geschichte, die bis in das ausgehende 15. Jahrhundert zurück reicht. Jedoch ist es trotz allen Nachforschungen bis heute nicht gelungen, das Entstehen dieses Brauchtums schlüssig nachzuweisen.

Es ist nachweisbar, dass seit Jahrhunderten im gesamten deutschsprachigen Raum, von Mecklenburg bis Tirol, von Bayern bis Westfalen und bis tief in böhmische Gebiete schon geböllert wurde.

Den spärlichen Informationen nach hat sich das Böllern aus mehreren Bereichen entwickelt. So sollte es zum einen der Abwehr von bösen Geistern und Dämonen dienen, und gleichzeitig helfen, das Wetter zu ändern und die Natur zu erwecken. Auch sollte es die Lebensfreude zum Ausdruck bringen, wenn Taufen, Geburtstage oder Hochzeiten anstanden.

Es galt mit als höchster Achtungserweis, wenn Herrscher und Könige zu Besuch kamen und mit Böllerschüssen empfangen wurden. Auch um rasche und zuverlässige Warnungen zu verbreiten wurde geböllert. So war es noch Anfang des 20. Jahrhunderts in verschiedenen Teilen der Alpenländer üblich, bei Feuer, Kriegs- oder sonstiger Gefahr von den abgelegenen Gehöften der Bergbauern aus durch Böllern auf sich aufmerksam zu machen.

Bayerische Böllerschützenordnung.

In dieser finden sich die Sicherheitsregeln und die Anlässe bei denen geböllert werden darf. Informationen zum traditionellen Auftreten und zu einheitlichen Schießkommandos sowie organisatorische Hilfen – eben alles was der Böllerschütze wissen und beachten sollte.

Als Böllergeräte kommen in der heutigen Zeit überwiegend Standböller, Böllerkanonen sowie Hand- und Schaftböller, die in der Regel von namhaften Böllerherstellern gefertigt werden, zum Einsatz.

Damit das Böllerschiessen nicht zu einer Gefahr für Mensch und Umwelt wird, muss jeder Böllerschütze die notwendigen Kenntnisse und Fertigkeiten besitzen, um Böllerpulver vorschriftsmäßig erwerben, verbringen, aufbewahren, verwenden und vernichten zu können.

Diese Kenntnisse muss er in einer Prüfung vor dem zuständigen Gewerbeaufsichtsamt nachweisen. In Bayern gibt es momentan 717 die diese schöne Tradition betreiben. Hoffen wir, dass das Böllerschiessen auch in Zukunft ein guter Brauch bleibt, der mit ungetrübter Freude ausgeübt werden kann.

Auszug aus einer Zusammenstellung von Adolf Reusch

Auch zu Kaiser und Königszeiten im Preußischen und Norddeutschen Raum, ja sogar in den Bergbaurevieren des Deisters wurde vor über einhundert Jahren schon geböllert. Bei der Eröffnung großer Bauwerke in der niedersächsischen Landeshauptstadt Hannover z.B. dem Bahnhof sind die freudigen Böller überliefert. In Barsinghauen wurden das Auffinden guter Flöze mit abbauwürdiger Kohle stets mit teilweise über 100 Böllerschüssen der Belegschaft und den Bürgern lautstark überbracht.

Willi Döhl

34021299