{"id":285,"date":"2016-06-11T13:17:09","date_gmt":"2016-06-11T11:17:09","guid":{"rendered":"https:\/\/hvsed.de\/neu\/?page_id=285"},"modified":"2016-06-12T13:47:22","modified_gmt":"2016-06-12T11:47:22","slug":"bollern","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/hvsed.de\/index.php\/das-sind-wir\/bollern\/","title":{"rendered":"B\u00f6llern"},"content":{"rendered":"<p><strong>B\u00f6llern &#8211; die lange Geschichte <\/strong><strong>und die Bedeutung des Ehrensalut<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><strong>Was ist B\u00f6llern ?<\/strong><\/p>\n<p>B\u00f6llern ist seit ca. 250 Jahren der Ausdruck von Hochachtung und Freude.<\/p>\n<p>Es wird auch zu traurigen Anl\u00e4ssen geb\u00f6llert, aber niemals zu kriegerischen Zwecken. Auch b\u00f6se Geister, schlechtes Wetter und die dunkle Jahreszeit wurden damit vertrieben.<\/p>\n<p><strong>Was ist Salutschie\u00dfen?<\/strong><\/p>\n<p>Das Salutschie\u00dfen ist eine besondere milit\u00e4rische Form der Ehrenbezeugung, die einem zum Staatsbesuch eingetroffenen Repr\u00e4sentanten eines Staates oder ein anderer hoher W\u00fcrdentr\u00e4ger, durch eine vom Protokoll genau festgelegte Zeremonie zuteil wird. Auch bei Kirchenveranstaltungen, bei denen man die Herrgott der Sch\u00f6pfung die ihm zukommende h\u00f6chste Ehr&#8250; mit zeremoniellen Mitteln bezeigen m\u00f6chte, wird Salut geschossen.<\/p>\n<p>Sch\u00fctzenvereine und andere Vereine pflegen diese Tradition des Salutschie\u00dfens und des B\u00f6llerns. Sie dient der Ehrerbietung, der Begr\u00fc\u00dfung und ist Ausdruck der Freude.<\/p>\n<p><strong>Was bedeutet ein Salut \/ B\u00f6llern ?<\/strong><\/p>\n<p>An Gott, dem Herrgott, unserem Sch\u00f6pfer, an Repr\u00e4sentanten und W\u00fcrdentr\u00e4ger, wie auch an alle Opfer und Verstorbenen der Kriegerischen Handlungen, ebenso an den bzw. die Verstorbenen aus unseren Vereinen, bei dem \/ denen ein Bezug zum Waffengebrauch, zur Polizei, zum Bundesgrenzschutz, zum Milit\u00e4r und zum Soldatentum besteht oder hergeleitet werden kann, und Salut als erneute Erinnerung, welch Schrecknisse der Krieg hat. Somit ist jeder Ehren-Salut eine eindringliche Mahnung zum Frieden, den wir ja alle ( auch die Politiker ) immer wieder einfordern und haben wollen!<\/p>\n<p><strong>Daraus ergibt sich die Folgerung:<\/strong><\/p>\n<p><strong>Je lauter es knallt, umso schrecklicher ist die Vorstellung an einem Krieg!<\/strong><\/p>\n<p><strong>Um so lauter ist auch unser Nein zum Krieg!<\/strong><\/p>\n<p><strong>Deshalb soll somit ein eindringliches Signal weithin eindrucksvoll h\u00f6rbar zum Erhalt des Friedens mahnen.<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Tradition des B\u00f6llerschie\u00dfens<\/strong><\/p>\n<p>Wissenswertes zum B\u00f6llerschie\u00dfen in Bayern<\/p>\n<p>Das B\u00f6llern selbst hat eine traditionsreiche und teilweise auch durch alte Chroniken belegte Geschichte, die bis in das ausgehende 15. Jahrhundert zur\u00fcck reicht. Jedoch ist es trotz allen Nachforschungen bis heute nicht gelungen, das Entstehen dieses Brauchtums schl\u00fcssig nachzuweisen.<\/p>\n<p>Es ist nachweisbar, dass seit Jahrhunderten im gesamten deutschsprachigen Raum, von Mecklenburg bis Tirol, von Bayern bis Westfalen und bis tief in b\u00f6hmische Gebiete schon geb\u00f6llert wurde.<\/p>\n<p>Den sp\u00e4rlichen Informationen nach hat sich das B\u00f6llern aus mehreren Bereichen entwickelt. So sollte es zum einen der Abwehr von b\u00f6sen Geistern und D\u00e4monen dienen, und gleichzeitig helfen, das Wetter zu \u00e4ndern und die Natur zu erwecken. Auch sollte es die Lebensfreude zum Ausdruck bringen, wenn Taufen, Geburtstage oder Hochzeiten anstanden.<\/p>\n<p>Es galt mit als h\u00f6chster Achtungserweis, wenn Herrscher und K\u00f6nige zu Besuch kamen und mit B\u00f6llersch\u00fcssen empfangen wurden. Auch um rasche und zuverl\u00e4ssige Warnungen zu verbreiten wurde geb\u00f6llert. So war es noch Anfang des 20. Jahrhunderts in verschiedenen Teilen der Alpenl\u00e4nder \u00fcblich, bei Feuer, Kriegs- oder sonstiger Gefahr von den abgelegenen Geh\u00f6ften der Bergbauern aus durch B\u00f6llern auf sich aufmerksam zu machen.<\/p>\n<p><strong>Bayerische\u00a0B\u00f6llersch\u00fctzenordnung.<\/strong><\/p>\n<p>In dieser finden sich die Sicherheitsregeln und die Anl\u00e4sse bei denen geb\u00f6llert werden darf. Informationen zum traditionellen Auftreten und zu einheitlichen Schie\u00dfkommandos sowie organisatorische Hilfen &#8211; eben alles was der B\u00f6llersch\u00fctze wissen und beachten sollte.<\/p>\n<p>Als B\u00f6llerger\u00e4te kommen in der heutigen Zeit \u00fcberwiegend Standb\u00f6ller, B\u00f6llerkanonen sowie Hand- und Schaftb\u00f6ller, die in der Regel von namhaften B\u00f6llerherstellern gefertigt werden, zum Einsatz.<\/p>\n<p>Damit das B\u00f6llerschiessen nicht zu einer Gefahr f\u00fcr Mensch und Umwelt wird, muss jeder B\u00f6llersch\u00fctze die notwendigen Kenntnisse und Fertigkeiten besitzen, um B\u00f6llerpulver vorschriftsm\u00e4\u00dfig erwerben, verbringen, aufbewahren, verwenden und vernichten zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Diese Kenntnisse muss er in einer Pr\u00fcfung vor dem zust\u00e4ndigen Gewerbeaufsichtsamt nachweisen. In Bayern gibt es momentan 717 die diese sch\u00f6ne Tradition betreiben. Hoffen wir, dass das B\u00f6llerschiessen auch in Zukunft ein guter Brauch bleibt, der mit ungetr\u00fcbter Freude ausge\u00fcbt werden kann.<\/p>\n<p>Auszug aus einer Zusammenstellung von Adolf Reusch<\/p>\n<p>Auch zu Kaiser und K\u00f6nigszeiten im Preu\u00dfischen und Norddeutschen Raum, ja sogar in den Bergbaurevieren des Deisters wurde vor \u00fcber einhundert Jahren schon geb\u00f6llert. Bei der Er\u00f6ffnung gro\u00dfer Bauwerke in der nieders\u00e4chsischen Landeshauptstadt Hannover z.B. dem Bahnhof\u00a0sind die freudigen B\u00f6ller \u00fcberliefert. In Barsinghauen wurden das Auffinden guter Fl\u00f6ze mit abbauw\u00fcrdiger Kohle stets mit teilweise \u00fcber 100 B\u00f6llersch\u00fcssen der Belegschaft und den B\u00fcrgern lautstark \u00fcberbracht.<\/p>\n<p>Willi D\u00f6hl<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/hvsed.de\/neu\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/34021299.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-204\" src=\"https:\/\/hvsed.de\/neu\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/34021299.jpg\" alt=\"34021299\" width=\"553\" height=\"450\" srcset=\"https:\/\/hvsed.de\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/34021299.jpg 553w, https:\/\/hvsed.de\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/34021299-300x244.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 553px) 100vw, 553px\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>B\u00f6llern &#8211; die lange Geschichte und die Bedeutung des Ehrensalut \u00a0Was ist B\u00f6llern ? B\u00f6llern ist seit ca. 250 Jahren der Ausdruck von Hochachtung und Freude. 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An Gott, dem Herrgott, unserem Sch\u00f6pfer, an Repr\u00e4sentanten und W\u00fcrdentr\u00e4ger, wie auch an alle Opfer und Verstorbenen der Kriegerischen Handlungen, ebenso an den bzw. die Verstorbenen aus unseren Vereinen, bei dem \/ denen ein Bezug zum Waffengebrauch, zur Polizei, zum Bundesgrenzschutz, zum Milit\u00e4r und zum Soldatentum besteht oder hergeleitet werden kann, und Salut als erneute Erinnerung, welch Schrecknisse der Krieg hat. Somit ist jeder Ehren-Salut eine eindringliche Mahnung zum Frieden, den wir ja alle ( auch die Politiker ) immer wieder einfordern und haben wollen! Daraus ergibt sich die Folgerung: Je lauter es knallt, umso schrecklicher ist die Vorstellung an einem Krieg! Um so lauter ist auch unser Nein zum Krieg! 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Auch sollte es die Lebensfreude zum Ausdruck bringen, wenn Taufen, Geburtstage oder Hochzeiten anstanden. Es galt mit als h\u00f6chster Achtungserweis, wenn Herrscher und K\u00f6nige zu Besuch kamen und mit B\u00f6llersch\u00fcssen empfangen wurden. Auch um rasche und zuverl\u00e4ssige Warnungen zu verbreiten wurde geb\u00f6llert. So war es noch Anfang des 20. Jahrhunderts in verschiedenen Teilen der Alpenl\u00e4nder \u00fcblich, bei Feuer, Kriegs- oder sonstiger Gefahr von den abgelegenen Geh\u00f6ften der Bergbauern aus durch B\u00f6llern auf sich aufmerksam zu machen. Bayerische\u00a0B\u00f6llersch\u00fctzenordnung. In dieser finden sich die Sicherheitsregeln und die Anl\u00e4sse bei denen geb\u00f6llert werden darf. Informationen zum traditionellen Auftreten und zu einheitlichen Schie\u00dfkommandos sowie organisatorische Hilfen &#8211; eben alles was der B\u00f6llersch\u00fctze wissen und beachten sollte. 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Auszug aus einer Zusammenstellung von Adolf Reusch Auch zu Kaiser und K\u00f6nigszeiten im Preu\u00dfischen und Norddeutschen Raum, ja sogar in den Bergbaurevieren des Deisters wurde vor \u00fcber einhundert Jahren schon geb\u00f6llert. Bei der Er\u00f6ffnung gro\u00dfer Bauwerke in der nieders\u00e4chsischen Landeshauptstadt Hannover z.B. dem Bahnhof\u00a0sind die freudigen B\u00f6ller \u00fcberliefert. In Barsinghauen wurden das Auffinden guter Fl\u00f6ze mit abbauw\u00fcrdiger Kohle stets mit teilweise \u00fcber 100 B\u00f6llersch\u00fcssen der Belegschaft und den B\u00fcrgern lautstark \u00fcberbracht. 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